Schaumburg: Der Name - Die Burg - Der Ort - Der Landkreis  und seine wechselvolle Geschichte

  

    Die  Grafschaft Schaumburg   -   ein kleiner geschichtlicher Spaziergang

    Die Grafschaft Schaumburg als Verwaltungseinheit gibt es nicht mehr.                                               Nachfolgend ein kleiner Rückblick auf die alte Grafschaft Schaumburg von Elke Reineking

    Die enge, noch heute mit Kopfstein gepflasterte Dorfstraße im Ort Schaumburg-Rosenthal   windet sich in steilem Anstieg den Berg hinauf zur Burg Schaumburg auf den Nesselberg,     dem früheren Sitz der Schaumburger Grafen, die der Landschaft nicht nur ihren Namen gaben, sondern sie über Jahrhunderte prägten...          Mehr

   Die Burg an einem Wintertag     Die Burg Schaumburg im Morgennebel aufgenommen an einem Wintertag                  Foto:Elke Reineking

 

    Eine Zeitreise                                             Das “Nesselblatt” der                                                                                          Grafschaft Schaumburg

                                                                                                     Das Nesselblatt                                           Um das Jahr 1100 tauchte in der geschichtlichen Überlieferung das Geschlecht der Schaumburger plötzlich an der Weser auf. Nachdem unter Karl dem Großen die Grund- und Lehensherrschaft eingeführt worden war, wurde das Land in Herzogtümer eingeteilt. Die Herzöge ließen ihre Ländereien von Grafen verwalten. Vom Herzog Lothar von Sachsen erhielt Adolf von Santersleben, der sich der “Edle von Schaumburg” nannte, die Ländereien Schaumburg, Holstein und Storman als Lehen und wurde nun Graf von Hostein und Schaumburg. Sein ehemaliges Jagdhaus, oben auf dem Nesselberg gelegen, wurde wahrscheinlich von seinem Sohn Graf Adolf II. zur Burg ausgebaut und fortan Wohnsitz. Die Burg Schaumburg ist der Stammsitz des Schaumburger Grafengeschlechts. Der Herzog hatte, wie sich herausstellen sollte, in seiner Entscheidung, wen er für die Ländereien als Graf einsetzen sollte, eine gute Wahl getroffen. Die Schaumburger Grafen haben in der Geschichte der nordischen Länder eine bedeutsame Rolle gespielt, die sich nicht nur auf den Weserraum beschränkte. Sie gelten als Motoren der deutschen Ostkolonisation.1143 gründete Graf Adolf der II. an günstiger Stelle die Hansestadt Lübeck. Die Schaumburger knüpften die Verbindung nach Schleswig - Das Schaumburger Nesselblatt findet sich noch heute im Landeswappen von Schlewig-Holstein, gründeten den Hamburger Hafen und auch im Weserraum erwuchs ihnen aus bescheidenen Anfängen heraus eine immer größere Bedeutung zu. Um 1225 entstand die erste Stadt der Grafschaft  Schaumburg, “Grevenalveshagen- Graf Adolfs Hagen - heute Stadthagen, heutige Kreisstadt des Landkreises Schaumburg und um 1230 die Städte Rinteln und Oldendorf (heute Hess. Oldendorf im LK Hameln-Pyrmont).Am Ende des 14. Jahrhunderts, von 1370-1404, hatte die Grafschaft Schaumburg ihre größte Ausdehnung - Von der im Mittelpunkt gelegenen Burg  Schaumburg, erstreckte sie sich von Barntrup bis zum Steinhuder Meer, von Hameln bis vor die Tore Mindens.

    Zur höchsten Blüte gedieh die Grafschaft Schaumburg unter dem Grafen Ernst (geb.1570,gest. 1622). Er ordnete Finanzen, Verwaltung und Schulwesen und galt als einer der besten und reichsten Fürsten seiner Zeit (1620 hatte Graf Ernst vom Kaiser Ferdinand den Titel einesReichsfürsten erhalten). Unter Graf Ernst zu Schaumburg entstanden die prachtvollsten Bauten der Weserrennaissance (ein eigener Baustil, der sich hier an der Weser entwickelte), in Bückeburg das Schloß und die Schloßkapelle, sowie die Rathäuser in Stadthagen und Rinteln.1621 erhielt Fürst Ernst die Universitätsprivilegien für Rinteln, die bis 1809 Universitätsstadt blieb. Sofort nach seinem frühen Tod (beigesetzt 1622 in Stadthagen) warf der Dreißigjährige Krieg seine Schatten auf das Amt Schaumburg. Die Grafschaft war mehrmals Ziel von verheerenden Besetzungen, noch mehr Opfer forderte die Pest.

    Als im November 1640 mit Otto V. der letzte Schaumburger der männlichen Linie unter mysteriösen Umständen starb (man vermutet, er sei vergiftet worden), stritt man sich sieben Jahre um das reiche Erbe der Schaumburger. Graf Philipp zu Lippe Alverdissen erlangte durch Heirat mit einer hessischen Prinzessin die Unterstützung Hessens und bekam dadurch im Westfälischen Friden nicht die Belehnung mit der ganzen Grafschaft Schaumburg, aber die Teilung (1647). Er erhielt den nördlichen Teil (mit Bückeburg und Stadthagen), der südliche an der Weser (mit Rinteln und Hess. Oldendorf) ging an Hessen.Die Universität Rinteln, die Weserzölle und die Kohlenbergwerke blieben gemeinsamer Besitz Hessens und Schaumburg-Lippes, wie der nördliche Teil fortan genannt wurde.

    Das Lippische Erbe, bestand seit 1807 unter dem Namen Fürstentum Schaumburg-Lippe weiter, die hessische Hälfte entlang der Weser wurde zu Hessischen Grafschaft Schaumburg. 1821 kam der südliche Teil rund um die Burg Schaumburg im Wesertal, als Kreis Schaumburg zur Provinz Niederhessen, 1866 wurde er kurzfristig der preußischen Provinz Hessen-Nassau angeschlossen, 1932 wurde diese “alte Grafschaft Schaumburg” im Zuge eines Gebietsaustausches der Provinz Hannover angegliedert. 1946 verlor auch der nördliche Teil, das Fürstentum Schaumburg-Lippe, seine Selbstständigkeit und wurde als Landkreis Schaumburg-Lippe mit der Kreiststadt Stadthagen ein Teil des neuen Bundeslande Niedersachsen (welches 2006 60 Jahre alt wurde).

    Kreisstadt des südlichen Teils, des Landkreises Grafschaft Schaumburg, wurde und war Rinteln. Im Zuge der Kreisreform von 1977 wurde beide ehemals getrennten Teile verwaltungsmäßig wieder zusammengeführt und zu einem Landkreis Schaumburg mit der heutigen Kreitstadt Stadthagen verbunden. Unverständlich für viele Menschen der  Grafschaft Schaumburger Bevölkerung (Wesertal und Auetal) blieb, warum das Steinhuder Meer und der Raum um Hess. Oldendorf dabei ausgegliedert wurde - für die “Grafschafter” im südlichen Teil ist die heimliche und eigentliche Hauptstadt nach wie               vor Rinteln.

    Abwechslungsreich und vielfältig präsentiert sich heute das Schaumburger Land vom Weserbergland bis an das Steinhuder Meer. Die Menschen, die in diesen Landstrich leben und ihn prägen, haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Dass die “ehemalige Grafschaft Schaumburg” in den letzten 370 Jahren zweigeteilt war, diesen Unmut darüber spürt man noch immer, sicher eine Besonderheit in       Deutschland. Im Nordkreis um Stadhagen herum sieht man sich als Schaumburg-Lipper und im Südkreis im Wesertal rund um Rinteln und die Burg Schaumburg begreift man sich als Grafschaft Schaumburger.   “Wir waren schon viel, aber niemals Schaumburg-Lippe!” ist ein immer noch oft und gehörter Ausruf im   Südkreis, der ehemaligen Grafschaft Schaumburg.

    Schaumburger sind sie allerdings alle gern und überzeugt, der Name verbindet. Wahrzeichen der Region - der alten Grafschaft Schaumburg - und nunmehr auch Namensgeber des neuen Landkreises Schaumburg ist die “Burg Schaumburg”, dessen Name vor mehr als 900 Jahren erstmals in den Geschichtsbüchern auftauchte. Mit Menschen, deren Identität sich nicht nur auf die Sprache und verwaltungsmäßige Zugehörigkeit, sondern eben auch auf das Land und die Landschaft als ganz besonderen Heimatraum bezieht - einer sowohl äußerst geschichträchtigen, als auch landschaftlich reizvollsten und schönsten Regionen Niedersachsens und Deutschlands.

Die Burg Schaumburg auf dem Nesselberg                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               Die Burg Schaumburg auf dem Nesselberg an einem Sommermorgen Foto:Elke Reineking

    Zu einer Beschreibung: Der Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln  Die Landschaft

                                                                                                                                                                                                                                             Top

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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